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Devels Revanche / Sand Flats / Top of the World

Ich komme heute frueh aus meinem Zimmer, die Sonne schein - und kehre gleich wieder um .... umziehen ... es ist ARSCHKALT !!!

Ich habe Pullover, Strickjacke und Anorak an und friere trotzdem - besonders in dem offenen Hummer, der mich jetzt abholt. Eine Gruppe Franzosen sitzt schon drinnen und los gehts - auf den Lasal-Mountains ist eine dicke neue Schneedecke!.

So, jetzt wird mir gezeigt, was "Offroad" bedeutet - es ist schon ein eigenartiges Gefuehl, wenn man im Gurt haengt, weil das Gefaehrt mit 47 % Steigung eine Felswand runter faehrt .... Das ist gefuehlt senkrecht !!!!

Die Landschaft ist unbeschreiblich schoen, so eine Mischung auch Olgas und Ayers Rock, aber gelblicher. Slickriock nennt man das hier, alles abgeschmirgelte Sandsteinknubbel mit Wuestensand dazwischen. In einer Spalte zwischen 2 Knubbeln haengt ein abgeschmierter Jeep, die Insassen sind per Helicopter ausgeflogen worden (ist schon eine Weile her). Um uns herum tobt der Wahnsinn: Mounainbiker, Motorrad-Freaks, Jeeper usw - ein Paradies fuer "Offroader" , wie die ganze Gegend hier. HIER hofft man, dass die Republikaner die Wahlen gewinnen - soll blos keiner auf die Idee kommen, den Spass hier zu verderben  :-))

An 2 Stellen zeigt uns unser Guide  Spuren / Fussabdruecke von verschiedenen Dinosauriern im Fels!!

Die Tour dauert nur 2 Stunden - aber die hatten es in sich! Unser Driver, ein typischer Ami, macht ununterbrochen seine Scherze. Einmal bremst er bei einem Steilanstieg und haelt ... und tut so, als wenn er nicht wieder in die Gaenge kommt ... usw. Aber es hat was !!!!

1.5.08 21:36, kommentieren



Canyonland National Park - die II.

Heute ist sehr klare Sicht, also auf gehts! Der Park ist riesig, durch die beiden Fluesse Green River und Colorado River ist er in 3 Abschnitte unterteilt. Montag und heute habe ich den mittleren Teil besucht, er hat die Form eines grossen V. Vom Grand View Point Overlook (den ich Mntag mit Sonja besucht habe) sieht man in der Ferne irgendwo im Gewirr der Canyons den Zusammenfluss: "Confluence", ab da ist sder Colorado nur noch wild und unberechenbar. Der oestliche Teil heisst Neddles, der ist in den naechsten Tagen dran und der westliche Teil heisst Maze, dort gibt es nur Pisten fuer Jeeps oder so - teilweise wohl noch schwarze Flecken auf der Landkarte (naja..)

Heute besuche ich all die Punkte, die wir Montag ausgelassen hatten - naja - nicht alle, aber die schoensten  :-))

Ich beginne mit dem Schafer Trail Outlook. Hier kommt die eine Piste in Serpentinen von der Mesa hoch, ein paar Jeeps quaelen sich grade ab! Den National Park gibt es seit den 60ger Jahren, davor gab es hier oben Rancher - im Herbst wurde die Rinderherde genau hier in den Canyon hinuntergetrieben - zum Schutz vor der Kaelte - im Fruehjahr ging es wieder hoch! Und in den 50ger Jahren hat man unten Uran gefunden - da quaelten sich halt die LKW diese Piste hoch und runer - aber damit war dann Schluss, als der NP eingerichtet wurde!

Dann bin ich den kurzen Trail zum Mesa-Arch gewandet - einfach zauberhaft! Eine laengliche Felsbruecke, hindurch sieht man die Kliffs zum Canyon und zur Mesa hinunter  und dahinter die schneebedeckten Berge der Lasal Mountains ....

                                  t r a u m h a f t !!!!

Ich glaube, ich habe heute 2 Flime durch die Kamera gejagt !!! Ganz besonders angenehm ist auch, dass noch keine Saison ist - als ueberall nur wenige Leute!!!  Mein naechster Stopp ist der Grrenriver Lookout, er liegt auf 2.000 m Hoehe, die Kliffs fallen steil nach unten auf der Mesa, in der Ferne der Canyon des Green River - wie haben das frueher blos die Siedler mit ihren Planwagen gemacht, die hier durchgezogen sind??? An manchen steilen Abhaengen haben sie glaube ich sich und das Vieh und die Planwagen abgeseilt ... Es gibt an manchen Plaetzen die Spuren im Fels!!!

Mein letzter Punkt heute: Upheavel Dome, eine kleine Wanderung vorbei an dekorativen  Krueppelkiefern, ueber die allerschoensten Knubbelsteine und Slickrockformationen ... Dazu das milde Licht der Abendsonne. Oben angekommen werde ich von einer steifen Brise fast vondannen geweht - aber welch ein Blick (in jeder Richtung)!!!!

Ich habe heutre auch gelernt, was "Cryptoganic Soil"  ist! Das ist die Erdkruste neben den Trails, auf die man bitte nicht treten soll (oder fahren!). Sie wuerde sich erst nach Jahrzehnten wieder erholen. Es ist ein lebender Organismus aus Pilzen, Bakterien, Flechten und KLeinstgetier. Er verhindert das Austrocknen und die Bodenerosion ....

2.5.08 02:32, kommentieren

Scenic ByRoad

Auf diese Zeichen sollte man achten! Diese Nebenstrassen sind landschaftlich wunderbar. Ich waehle heute mal die Potashroad am nordwestlichen Colorado aus. Also hinein in den Canyon, den ich gestern und am Montag von oben sehen konnte. Seitlich, direkt neben der Strasse gehen die roten Felswaende senkrecht in die Hoehe (100 m mindesten, vielleicht auch mehr). In jeder kleinen Parkbucht stehen ein, zwei Autos, es sitzen Leute auf Klappstuehlen und starren nach oben - ich halte mal an und starre auch nach oben - also wirklich - da sind Freeclimber in der Wand und hangeln sich nach oben!!! Die meisten sind angeseilt, in viele Felsen ist ganz oben ein Haken eingelassen mit einem kurzen Gurt dran (Frage: wie bekommt man zu Anfang ein Seil hoch??). Im Zion NP sind die Steilwaende so hoch, da schaft man die Kletterei gar nicht an einem Tag - die Kletterer schlafen nachts i der Wand am Seil haengend !!!!!!!!!!!

Jetzt muss ich schon wieder halten, es gibt Petroglyphen - indianische Felsritzungen der Folsom-Leute. Es sind ganz viele und sie sind gut zu erkennen.

Der naechste Stopp: die Felsformation des "Krug-Henkels". Man koennte da anfassen und den grossen Felsen wegtragen :-))

Jetzt kommt Potash - d. h. Pottasche. ier  sind riesige helltuerkise Salbecken geflutet und trocknen in der Sonne aus. Das konnte man Montag vom Dead-Horse-Point sehr schoen erkennen. Hierher fuert eine kleine Eisenbahnlinie und einige Fabriken liegen ringsrum.

Hier endet die Asphaltstrasse. Ich fahre noch eine Weile auf einer sehr guten "Gravel-Road" aber dann kehre ich wieder um. Diese Piste wuerde weiterfuehren zum Schafer-Canyon im Canyonsland NP. Dort habe ich ja gestern die Spitzkehren hochkommen sehen ....

3.5.08 01:54, kommentieren

Arches National Park die II.

So, den muss ich mir auch noch mal in Ruhe anschauen. Mit Sonja hatte ich mir den Balanced Rock angeschaut und den Delicate Arch aus der Ferne vom "Far Distant Viewpoint".

Erst einmal gibt es ein leckeres Picknick auf dem Courthouse Towers Viewpoint - eine unvergleichliche Landschft. Vor mir steht die Felsformations: 3 Gossips - 3 Klatschtanten ... und genau so sieht es auch aus  :-)) 

Den Aufstieg zum Delicate Arch (das Wahrzeichen des Parks und von Utah) schenke ich mir, aber ich halte bei der Wolfe Ranch, einem winziges Blockhaus, ein wenig in den Boden versenkt. Hier haben vor 120 Jahren einige Siedler gelebt ... Ein historischer Ort sozusagen. Etwas weiter gibt es wieder schoene Petroglyphen, diesesmal von den Ute-indianern, Big Horn Schafe und Reiter auf Pferden ... damit kann man die Bilder datieren: nach 1530, vorher gab es hier ja keine Pferde, die haben erst die Spanier ins Land gebracht!

Besonders gut hatte mir die Gegend "Devils Garden" gefallen, also fahre ich jetzt dorthin und mache einen langen Trail durch traumhaft schoenes Knubbel-Stein-Gelaende. Blauer Himmel, im Hintergrund die schneebedeckten Berge und im Vordergrund rote und rosa und ocker Gesteinsformationen vom Feinsten, dazu knorrige Krueppelkiefern und abgestorbene Baeume mit pitoresken schwarzen Aesten ...

Hier gibt es den zierlichen "Landscape Arch", erst 1991 ist davon ein riesiger Flatschen abgebrochen, zufaellig hatten Touristen gerade ihre Videocamera draufgehalten, als das passierte (ich habe im Visitors Center einen schoenne Film ueber die beiden National Parks gesehen, da war die Szene drin!) Jetzt vermag keiner zu sagen, wie lange der Rest-Arch noch durchhaelt  ...

Hier im Teufelsgarten tummeln sich noch der Doppel-O-Arch, der Tunnel-Arch und ei paar gut versteckte Burschen ..... 

1 Kommentar 3.5.08 02:09, kommentieren

Rock Art, Felsenmalerei und Petroglyphen

ein Lieblingsthema von mir!

Wenn man sie dann findet, die Canyons und Felswaende hier im Westen sind voll davon. Es gibt 3 offizielle Kategorien:

Kat 1 - bekannte Malerei oder Ritzung, steht in Reisefuehrern und auf Landkarten wird darauf hingewiesen. Erklaerungen auf Schautafeln davor.

Kat 2 - man muss sie kennen, oder jemand zeigt sie einem, aber sie werden nicht explizit publik gemacht (tolle Ausdrucksweise, oder?) 

Kat 3 - geheim! Alle, die sie kennen, muessen unterschreiben, dass sie schweigen wie ein Grab! Kennen tun sie Regierungsbeamte, Ranger und Wissenschaftler - und natuerlich die Indianer in der jeweiligen Gegend (aber denen sind sie sowieso heilig). 

Leider gibt es viel Zerstoerung und Vandalismus, vile muessen unbedingt ihren Senf als Graffiti dazu schmieren. Man hofft so, moeglichst viel Rock Art fuer die nachfolgenen Generationen zu erhalten.

Hier in Nordamerika datiert  die "Felskunst" von etwa 9.000 vor C. bis vor etwa 200 Jahren - also in historischer Zeit. Also anders als in Europa, wo man hauptsaechlich ueber die Steinzeit spricht.

Gestern abend nun war ich zu einem Dia-Vortrag von der oertlichen historischen Gesellschaft: Itah's Sacred Images - A Utah Prehistory Lecture; der Referent, David Sicec, ist KMaler, Kuenstler mit historisch-archaeologischer Zusatzausbildung. Das war natuerlich faszinierend, weil der Ansatz ein ganz anderer ist als von der wissenschaftlichen Seite.

Er hat sich konzentriert auf die Bilderwaende im Barrier Canyon des Maze-District. Diese Bilder sind eine eigene "Kunstrichtung" der Rockart hier. Eine Personengruppe mit einem "Heiligen Geist" in der Mitte hat er bsonders detailliert erklaert: die Gruppe ist locker ueber die Flaeche verteilt, perspektivisch und der Kopf des Wesens dreidimensional - eine herausragende Leistung aus der "Vorzeit" !!!

Dan hat er "Geisterwesen" der Felskunst mit schamanischen Bildern und Kunstwerken der San (Buschmaenner), der Inut (Eskimos) und der Mongolei verglichen .... TOLLL - ich war begeistert!!! Ein Aspekt hat sich dabei ergeben, den hatte ich mir ueberhaupt noch nicht klar geamcht: Schamanismus funktioniert nur bei nomadischen Gruppen, sowie Ackerbau betrieben wird, sind die Priester dran!! Ganz deutlich hier bei den Pueblo-Indianers zu beobachten ....

Beim Rausgehen spricht mich der Fotografh Bud Turner an, ihm hatte der Vortrag auch sehr gefallen. Er war auch extra gekommen, weil er mal die Sichtweise eines Kuenstlers auf die Dinge kennenlernen wollte!      

2 Kommentare 3.5.08 16:34, kommentieren

Canyonlands National Park, die III - Needles District

Jetzt geht es auf nach Sueden, vorbei am Wilson Arch - einem Treffpunkt fuer Biker, die hier eine Sause machen. Dann kommt bald die Stichstrasse zum Needles Disrict (hin- und zurueck mal eben 130 km!). "Open Range" steht auf den Schildern, um mich herum grasen Rindviecher in der Pampa. Alle paar Meilen kommt ein "Cattle Guard" und mein Auto rubbelt darueber. Dann geht es in "Switchbacks" (so etwas wie Serpentinen, ich kann schon kein Deutsch mehr!) von der trockenen Halbwueste der Hochflaeche in einen sich weitenden Canyon hinein. Hier ist viel frisches Gruen, jetzt im Fruehling. Sogar an einem See fahre ich entlang! Indian Creek heisst die Gegend. Die Felswaende sind auch rot hier, aber der Tag ist bewoelkt, darum leuchten sie nicht so schoen wie die Tage in Moab ... aber sonst habe ich nichts zu meckern, tolle Landschaft auch hier. Einmal biege ich um eine Kurve und denke, ich komme ins Monument Valley ...

Im Nationalpark schaue ich mir erst einmal einen Film im Visitors Center an - die lohnen sich immer. Ich werde mit Info-Material auf Deutsch versorgt und los gehts: der erste Stop ist 'Horseshoe Arch', dann komme ich zum 'Pothole Trail'. Hier kann man mal wieder in alle Richtungen fotografieren und hat jedesmal eine andere Landschaft im Bild: Needles - feine Sandstein-Tuerme nebeneinander in Reihe, Canyons und Mesas mit Schneebergen dahinter und cremefarbene Pilze, eine ganze grose Flaeche, ueberseht mit den schoensten Knubbelformen.

Potholes sind kleiner Wasserloecher auf der Flaeche des Sandsteins, Sie trocknen oft aus, man darf aber nicht hineintreten - es sind in sich geschlossene Oekosysteme, die bei Feuchtigkeit sofort wieder aufleben! Das wird jetzt sogar von der Nasa erforscht, wg Leben auf dem Mars, dort hat es ja auch mal Wasser gegeben ...

Ich wandere eine halbe Stunde durch diese Fabelwelt der Formen ... immer darauf bedacht, die Steinhaeufchen auf dem Slickrock im Auge zu behalten - wenn ich mich hier verlaufe ... au weia!

Auf der Rueckfahrt komme ich noch einmal vom Wege ab, eine kleine Ruine, ein Kornspeicher schmiegt sich unter einen Felsueberhang - irgendwann vor jahrhunderten von "the ancient ones" - wie sie heute genannt werde - errichtet. So, nun muss ich aber los, sonst schaffe ich mein Tagespensum nicht  :-))

1 Kommentar 3.5.08 16:36, kommentieren

The old Spanish Trail

Dieser historische grosse Ueberlandtrail zog sich vor knapp 200 Jahren von Santa Fee nach Los Angeles in einem weiten Bogen nach Nordwesten. Damit wurden fuer Haendler, Trapper und Siedler das weitestgehend unwegsame Land dazwischen umgangen. Durch das Tal, in dem Moab liegt, zog sich dieser Trail von Sueden nach Norden - eigenarteigerweise quert der Colorado-River dieses Tal von Osten nach Westen!

Bald mehr, ich muss noch darueber lesesn  :-))

4.5.08 01:16, kommentieren