Archiv

Horizon Air

Alles prima geklappt, das Schiff war schon vor der Zeit in Vancouver, alle 1.978 Passagiere sind gesittet von Bord gegangen - das Gepaecks stand vorsortiert bereit, ebenso unser Transferbus zum Flughafen. Traenenreicher Abschied von der Gruppe und Randy, die mir alle sehr ans Herz gewachsen waren - es war eine sehr homogene und liebevolle Gruppe!!

In Vancouver am Flughafen werden schon alle Einreiseformalitaeten fuer die USA getaetigt, also Passkontrolle und Zoll - das ist sehr praktisch, weil dadurch der Flug als Inlandsflug gilt und Gepaeck zum Endziel der Reise durchgecheckt werden kann. Ich hatte aber nur einen kurzen Nonstop-Flug mit Horizon Air (eine Bomardier .. 800 / 72 Fluggaeste, komplatt voll).

Etwa 15 Minuten Verspaetung, aber da ich nur Handgepaeck dabei hatte (der grosse Rest ruht in der Gepaeckaufbewahrung in Vancouver am Flughafen) - war ich sehr schnell durch ... KEIN Schild mit  "Christiane" erwartete mich ... Hm - wie finde ich jetzt Kristi ... und sie mich ?? Wg der schlechten Verbindung vom Schiff hatten wir nicht mehr geemailt. Ich habe ihre Handynummer und gehe zum Info-Schalter. Ein netter Herr stellt eine Verbindung her - ja, sie steht neben Gepaeckband 12 - das kann ich von hier aus sehn .. Ich winke, sie winkt auch - und schon liegen wir uns in den Armen. Ich war zu schnell - sie hatte von der Verapaetung gelesen und sie wollte gerade ein Schild basteln  :-))

 

1.7.08 23:32, kommentieren



bei Al & Kristi

Kurz vor meiner Abreise haben meine Tante Silke und ich darueber gesprochen, das es "Verwandte" in den USA gibt - so etwa ueber 27 Ecken herum. Also: Tante Friedchen, die Ehefrau vom Bruder meines Opas vaeterlicherseits hatte 6 Onkel und Tanten. Die sind Anno Knips - ich glaube so um 1900 gemeinsam in die USA ausgewandert. Die Mutter von Tante Friedchen hat den Vater von Tante Friedchen vor die Wahl gestellt: Amerika oder ich ... also blieben sie im Lande. Aber die Kontakte sind nie abgerissen.....

Ok, ich wurde mit der Internet-Adresse versehen und habe dann mal gemailt - und jetzt bin ich hier. Kristi und Teile ihrer Familie leben gleich neben Microsoft in Redmont & Bellevue, etwas ausserhalbb von Seattle ... sie dreht mit mir gleich eine kleine Runde ueber das Microsoft-Gelande. Sie hat vor Jahren mal in einem Projekt dort mitgearbeiet. Es sind inzwischen ueber 130 Gebaeude, meist kleinere, alle parkaehnlich im Gruenen gelegen.

Kristi ist 33 und mit Al, einem Puertoricaner aus New York, verheiratet. Er hat einen IBM-Arbeitspaltz zuhause, das ist sehr praktisch, denn er kocht fuer die Familie  :-)). Sie haben 2 Kinder: Kimberley ist zweieinhalb und Nicolas ist am 10. April, dem Tag meiner Abreise aus Deutschland geboren. Sie ist noch diese Woche im Mutterschutz und faengt Montag wieder an zu arbeiten. Die beiden Kinder sind dann tagsueber bei einer kubanischen Tagesmutter, sie sollen moeglichst zweisprachig auffwachsen. Die Tagesmutter habe ich gleich kennengelernt, als wir Kimberley abgeholt haben, Nicolas war schon am Flughafen bei der Begruessung dabei.

Jetzt geht es erst einmal zu ihren Eltern, danach fahren wir alle gemeinsam (mit 3 Autos) zu ihrer Schwester, die hat gerade gestern ein Haus um die Ecke sozusagen gekauft - und alle sind darauf gespannt, noch hat es keiner gesehen. Ich besichtige gleich mit - sehr interessant: Zei Etagen, 4 Schlafzimmer (klein) mit 3 Baedern, ein Wohn-, Ess-, Kuechenbereich (nicht riesig, ein sehr grosses 'Kinderspielzimmer' (es gibt 2 koreanische Adoptivkinder) - das ganze fuer 500.000 $. Sehr schoener Gartem, Terrasse, Balkon - alles ganz neu renoviert und gestaltet - man kann so einziehen: die Waende frisch gestrichen, Fussboeden und Teppichboeden, Lampen, die Kueche und jede Menge Einbauschraenke ... Seattle ist ein teures Pflaster, die Immobilienkrise ist hier kaum zu spueren.

 

1.7.08 23:38, kommentieren

kleine Rundfahrt durch Seattle

Mir ist inzwischen ganz schwindelig von so vielen neuen Leuten, die Namen rauschen nur so an mir vrbei - der Immobilienmakler und seine sehr fein gestylte Real Estate Assistentin nehme auch intensiv an meiner Reisestory teil :-)

Bei Kristis Eltern gab es eine Art Familienstammbaum - 5 grosse DIN A4 Seiten - eng vom PC bedruckt ... Ich habe meinen Onkel Rudi gefunden (den Bruder von Opa)!!!!  

So, jetzt packt Kristi ihre Kinder ins Auto und wir machen uns auf den Weg - inzwischen ist Rushhour, alle wollen von Microsoft nach Downtown Seattle. Auf dem Freeway irgendwo ein Unfall, Feuerwehr, Polizei und Krankenwagen draengeln sich durch - nichts geht mehr. Ds Baby schreit hinten ... Kirsti, sie telefoniert per Kopfhoerer mit ihrer Schwester in Virginia, faehr rechts ran, schaltet die Warnblinkanlage ein und schnappt sich das Baby von hinten. Dann krempelt sie das Poloshirt hoch und gibt ihm die Brust. Nebenbei erklaert sie mir kurz etwas .... wie war das doch mit Multi-Tasking ???

Kurz nachdem Nikki satt und zufrieden wieder hinten in seinem Babysitz ruht und Kimberley eine Banane bekommen hat, klaert sich der Freeway. Wir fahren ueber eine schwimmende Pontonbrueck ueber den grossen See auf der "Rueckseite" von Seattle, die Waterfront mit Hafen (der Pudget Sound) ist sozusagen die Vorderfront der City. Sie hat sich gedacht, mir ein paar Punkte zu zeigen, die besser per PKW zu erreichen sind, den Rest kann ich dann ja die naechsten Tage vom Hotel aus machen. Zuerst kommen wir am Gelaende der Washington University vorbei, dann fahren in den noerdlichen Stadtteil Ballard, dort ist ein huebscher Park, Schleusen und eine "Fisch-Leiter" - das ist auch etwas fuer Kimberley, sie ist zuerst von den Schiffen und dann von den Lachsen begeistert. Im gegensatz zu Juneau sind hier die Lachse schon am steigen, nocht nicht die grosse Masse, aber immerhin. Ein Teil der Fisch-Leiter (oder Treppe) fuehrt durch eine Art Glasroehre, wie ein Aquarium, da kann man die Burschen viel besser erkennen, als wenn man von oben in die brodelnden Stromschnellen schaut. Man sieht auch, wie sie gegen das Gefaelle anschwimmen muessen.

Kurz danach habe ich meinen ersten "Reise - Aussetzer": Wir kommen zu einer sehr grossen hohen Bruecke, die das Hafenbecken ueberspannt. Ich frage Kristi, ob das die Brueck ist, unter dem mein Kreuzfahrtschiff heute frueh um kurz vor sieben hindurchgefahren ist, kurz vor der Einfahrt in den Hafen von Vancouver ... Als ich das Wort Vancouver sage, faellt mir auf, dass ich ja inzwischen in Seattle bin !!! Kristi schaut etwas irritiert zur Seite, ich muss lachen und klaere sie auf. Na so was!! Das kommt von vielen rumreisen ...

Abendessen ist in einem Fischrestaurent an einem kleinen See mit Blick auf die Innenstadt von Seattle. Der Besitzer sammelt seit Jahrzehnten alles, was mit Indianers zu tun hat, von der Decke haengen aus Holz geschnitzte Langboote, an den Waenden gerahmte, alte schwarzweiss Fotos, Gebrauchs- und Kunstgegenstaenden - es ist wie ein Museum. Spezialitaet heute: King-Salmon vom Copper River in Alaska, den nehme ich (ich verrate Kristi nicht, das auf dem Schiff jeden Tag Lachs auf der Speisekarte stand - sie hat das Restaurant mit viel Liebe fuer mich ausgesucht) - es schmeckt koestlich. Kimberley bekommt eine "Haida-Indianer-Baerenmaske", auf die Rueckseite ist das Kindermenue gedruck. Der Kellner ist reizend: Well young Lady, what do you like to eat? Spaeter bekommt sie noch Buntstifte und ein Malbuch. 

Danach drehen wir noch eine Runde durch Downtown und fahren danach auf einen Aussichtshuegel mit tollem Blick auf die erleuchtete Innenstadt mit Hafen und der "Space Needle", einem Aussichtsturm - das Wahrzeichen von Seattle. Als wir gegen 22.30 h wieder zuhause sind, schlafen die beiden Kleinen schon ganz tief und fest - Papa Al traegt sie nacheinander ins Bett.

1.7.08 23:48, kommentieren

Quarters 25 Cent Muenzen

Seit ich in den USA angekommen bin, drehe ich jeder 25 Cent Muenze um - seit einigen Jahren gibt es eine Sonderpraegung, jeder der 50 Staaten  ist mit einer Ausgabe beteilingt, nur die 3 Staaten Alaska, Arizona und Hawaii fehlen noch ....

Da lacht natuerlich mein Sammlerherz! Ich trage eine Liste mit mir im Portemonnaie herum, welche Staaten/Muenzen mir noch fehlen. Da entdecke ich doch in der Kueche bei Kirsti einen grossen Topf mit Kleingeld. Als ich an zu wuehlen fange, kommt Al noch mit einem grossen Plasikbeutel dazu - ok - der Vormittag ist gerettet  :-))  Ich finde - bis auf Montana - ALLE mir noch fehlenden Muenzen .... ist das toll, ich kann die Liste vernichten.

Gegen Mittag bringt mich Kristi ins Hotel; die Familie will die letzten Tage des Mutterschaftsurlaubs am Meer verbringen, sie fahren heute nachmittag nach Oregon.

2.7.08 19:32, kommentieren

Stadtbummel

Mein Hotel ist nicht weit von der Space Needle, ich bummele durch den Park drumherum. Es ist zwar schoenes, warmes, sonniges Wetter - aber etwas diesig, darum fahre ich heute nicht hinauf. Von hier gibt es eine Monorail in die Innenstadt, die nehme ich. Ich lande im feinen Westlake Shopping-Center. Von dort spaziere ich Richtung Waterfront. Die Innenstadt ist sehr schoen angelegt (fuer amerikanische Verhaeltnisse) - elegante Hochhaeuser, viele kleine Platze mit Brunnen und 'Open-Air-Kunst'. Schliesslich finde ich ein huebsches Restaurant mit Dachterrasse und Blick auf den Hafen: "The Island" - damit ist offensichtlich Hawaii gemeint, es ist hier alles tropisch-polynesisch gestylt. Ich bestelle einen Chicken-Mango-Salat ... koestlich und da Happy Hour ist goenne ich mir einen Cocktail: Vanuatu Volcano - au weia, der hat es in sich: Bacardi 151, van Gogh Double Espresso Vodka, Godiva Dark Chocolate Liquer, St. Brendons Irish Cream, Cruzan Vanilla Rum, caramelized Sugar Rim!! Ich begebe mich sehr beschwingt auf den Heimweg  :-))

2.7.08 19:40, kommentieren

Car Pool Lane

Das ist ganz was feines! Kristi hatte mir das schon erklaert und die Busfahrerin heute noch einma: fast jede Schnellstrasse hat eine Extraspur, die farf nur von Bussen oder Autos mit mindestens 2 Insassen benutzt werden. Das ist wunderbar in der Rushhour. Kristi hat ja immer mindestens ein Kind dabei. Einmal hat sie ein Knoellchen bekommen, heutzutage die Leute mit den Handys haben den Babysitz nicht gesehen und sofort angerufen :-)) - aber das konnte abgebogen werden. Wenn man allerdings echt alleine im Auto ist und diese Spur nutzt, kostert das beim 1. Mal 69 $, bein zweiten mal das Doppelte und es verdoppelt sich jedes Mal ...  Allerdings kann man jetzt einen Obulus zahlen und bekommt eine Berechtigungsplakette. Das hat viel boeses Blut gemacht - die Reichen koennen sich das leisten und die anderen schauen mal wieder in die Roehre ...

Ausserdem boomt hier im Moment "Park & Ride" - frueher musste man die Pendler dazu heftigst motivieren, jetzt quillen die Parkplaetze schon frueh morgens ueber. Der hohe Benzinpreis schlaegt hier arg durch. Das ist auch das Haupt-Thema in den Tageszeitungen ...  Besonders die Leute auf dem Lande, weit weg von allem sind jetzt angeschissen, die muessen ja oft zig Meilen fahren, nur um einzukaufen oder so.

1 Kommentar 3.7.08 05:11, kommentieren

If it's not Boeing - I'm not going ......

... so lautet die Parole hier  :-))

Heute nachmittag habe ich die grosse Werksbesichtigung in Everett, 30 Meilen noerdlich von Seattle mitgemacht. Taeglich werden hier etwa 1.000 Besucher durchgeschleusst - sehr straffe Sicherheitsvorkehrungen. Niemand darf irgendetwas mit reinnehmen, keine Handtasche, Camera, Handy oder was auch immer - wird alles eingeschlossen! Besonders, nachdem bei Besichtigungen mehrfach Dinge oben von den Raengen hinuntergefallen sind und neue Flugzeuge kaputt gemacht haben - oder Arbeiter verletzt wurden  :-))

39.000 Leute arbeiten hier in der Gegend fuer Boeing! Es wird in 3 Schichten von Montag bis Freitag gearbeitet. Zuerst schauen wir uns einen Flim ueber die Firma und ihre Anfaenge an und dann geht es in die - volumenmaessig - groesste Halle der Welt. Ganz Disneyland plus mehrere Fussballfelder haetten darin Platz!!!

Hier werden in mehreren "Abteilungen" die Flugzeugtypen: B 747, B 767, B 777 und B 787 gebaut. Der Verkauftsschlager, die B 737 (das meistverkaufte kommerzielle Flugzeug weltweit) wird hier irgendwo in der Gegend gebaut. Ueberall halbe, viertel und ganze Flieger, Teile die rumliegen ... alles sehr verwwirrend. Nicht sooo unaehnlich wie die Meyer-Werft in Papenburg (da war ich doch im Herbst) - aber viiieeel groesser.

Ausserhalb der Halle gibt es 3 Hangars, in denen die Flugzeuge lackiert werden - man sieht so selten schwarze oder rote Bemalung, weil diese Farben viel schwerere sind als z. B. weiss oder blau!!

Auf der Runway des Flughafens nebenan steht startklar ein "Dreamlifter" - das ist das Gegenstueck zum Super-Guppy von Airbus. Der Dreamlifter ist eine umgebaute und im Durchmesser vergroesserte B 747. Damit koennen halbe Flugzeugruempfe des neuen B787-Dreamliners transportiert werden - die Teile kommen aus Italien und Japan, aus Spanien und Korea und von ueberall in den USA ... und werden hier zusammengesetzt. Diese B787 ist das allerneuest Fluegzeug, vor einem Jahr wurde der Prototyp vorgefuehrt, er steht jetzt hier als Erster in der Reihe in der Halle - immer noch nicht fertig. Aber Anfang naechsten Jahres ist es dann sowit! Der Flieger ist nicht mehr aus Aluminium, sonder aus Carbon-Fiberglas (oder wie das Zeugs heisst) - viel leichter als andere Flieger. Er hat nur 2 Triebwerke, hat aber die gleiche Reichweite wie ein Jumbo mit 4 Triebwerken ( 15.000 km )  ... das ist London-Singapur oder Bombay-New York oder (andersrum) New Delhi-Los Angeles. Es sollen stwa 210 - 240 Passagiere darin Platz finden ...  Ueber 900 Bestellungen liegen schon vor; aber Boeing ist arg im Verzug und wird Vertragsstrafen zahlen muessen. Wenn jemand heute das Flugzeg bestellt, wird es fruehesten 2017 geleifert werden ...

Die neue Boeing 777 - das allererste Exemplat steht draussen, Air France wird es bekommen, aber erst Ende des Jahres, wenn alle Testfluege erfolgreich waren. Wenn die Serie am Laufen ist, dauert es etwa 4 Monate, bis so ein Flugzeug aus weit ueber 1 Million Teilen zusammen gebaut worden ist ...

 

3.7.08 05:20, kommentieren